Freitodbegleitpersonen

Im Verein EXIT engagieren sich über 40 Personen in der Freitodbegleitung (FTB).

Die Leitung der Freitodbegleitung und der Vorstand wählen diese Begleiter und Begleiterinnen in einem gründlichen Verfahren sorgfältig aus. Viele kommen aus sozialen oder medizinischen Berufen. Sie verfügen über viel Lebenserfahrung, Menschenkenntnis und die menschlich-soziale und fachliche Kompetenz für die verantwortungsvolle Aufgabe.

Sie absolvieren eine fundierte, interne, einjährige Ausbildung und ein externes Assessment an der Uni Basel. Danach nehmen sie während ihrer gesamten Tätigkeitsdauer an regelmässigen, internen Weiterbildungen teil (Seminare, Fallbesprechungen, etc.). Die Zusammenarbeit mit der Leitung Freitodbegleitung ist eng. Die EXIT-Freitodbegleitpersonen sind nicht Festangestellte des Vereins, sondern im Auftragsverhältnis tätig.

Im Mittelpunkt stehen für mich allein der eigene Wille, die eigene Verantwortung sowie die Freiheit eines jedes Einzelnen, über sein Schicksal zu bestimmen.

Evelyne Moser, Freitodbegleiterin seit 2005

Porträts Evelyne Moser und Susanna Schmid

Ob die Freitodbegleitung überhaupt stattfindet und falls ja wann, bestimmt die Person, die bei EXIT darum ersucht hat.

Martin Krähenbühl, Freitodbegleiter

Porträt Martin Krähenbühl

Quelle: Südostschweiz

Ich gebe bei einer Freitodbegleitung sehr viel von mir, bekomme aber auch sehr viel Vertrauen und Wertschätzung von den Sterbewilligen und Angehörigen zurück. Das ist für mich gleichzeitig Motivation und Sinnhaftigkeit.

Susanna Schmid, Freitodbegleiterin seit 2010

Porträts Evelyne Moser und Susanna Schmid

Schicksal

Wochenlanges Leiden

Der Patient liegt seit Wochen im Spital. Blass, abgemagert, kaum in der Lage zu sprechen. Wegen Speiseröhrenkrebs kann er weder essen noch trinken. Alle ein bis zwei Stunden muss er zähflüssigen Schleim erbrechen, was die Würgereize und Erstickungsanfälle verschlimmert. Neben einem Depot-Pflaster mit Schmerzmittel erhält er vier Morphiumspritzen täglich, gegen die immer stärker werdenden Schmerzen. Eine Infusion deckt den Flüssigkeitsbedarf. Sein Leiden kann unter Umständen noch Wochen dauern bis zum Tod. Obwohl im Endstadium und offensichtlich unglaublich leidend, wollen ihm die Krankenhausärzte nicht beim Sterben helfen. Er wendet sich an EXIT. Nach den nötigen Abklärungen und einer Ambulanzverlegung nach Hause öffnet er die Infusion mit dem Sterbemedikament und schläft für immer ein.

Häufige Fragen zu Alternativen

Die EXIT-Freitodbegleitpersonen klären in ausnahmslos jedem Fall ab, welche alternativen Möglichkeiten sich dem sterbewilligen Mitglied in seiner Situation allenfalls bieten. Im Fall einer schweren Krebserkrankung sind dies beispielsweise die schmerzlindernden und sedierenden Behandlungen der Schul- oder Palliativmedizin. Im Fall chronischer Leiden sind das weitere Therapiemöglichkeiten, Schmerzbehandlungen, psychologische Hilfe oder die Alternativmedizin.

Dem ist trotz grosser Fortschritte in der Schmerzbekämpfung bis heute leider nicht so. Zudem: Wer nicht sediert, sondern bewusst sterben möchte, wählt oft den selbstbestimmten Tod. Ferner muss respektiert werden, dass manchmal Patienten Palliativmedizin für sich schlicht ablehnen. Übrigens: EXIT unterstützt die Palliative Care mit ihrer Stiftung palliacura seit über 30 Jahren – lange bevor andere auf den Zug aufgesprungen sind.

Nein, EXIT kann keine Begleitung beim Sterbefasten anbieten. Der Grund: Diese Begleitungen sind sehr zeit- und personalintensiv, und EXIT verfügt mit der heutigen Vereinsstruktur nicht über die notwendigen Kapazitäten.
Gemeinsam mit ihrer Stiftung palliacura hat EXIT jedoch die Webseite www.sterbefasten.org finanziert. Dort werden verschiedene Fallbeispiele sowie wichtige Informationen zu den oftmals wenig bekannten Aspekten von Sterbefasten vermittelt. Ausserdem finden sich umfangreiche FAQ mit fundierten Antworten rund ums Sterbefasten.

Weitere häufige Fragen

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Wenden Sie sich gern an unsere Berater oder werden Sie EXIT-Mitglied.