Fragen & Antworten

Hier finden Sie alle bereits beantworteten Fragen rund um das Thema Patientenverfügung.

Häufige Fragen zur Patientenverfügung

Eine Patientenverfügung ist eine einseitige, schriftliche Willensäusserung, erstellt im urteilsfähigen Zustand. Sie geben darin medizinische Handlungsanweisungen an Ärzte und Pflegende für den Fall, dass Sie zu einem späteren Zeitpunkt nicht mehr urteilsfähig oder äusserungsfähig wären.

Die Urteilsfähigkeit hinsichtlich medizinischer Entscheidungen.

Eine Patientenverfügung tritt in Kraft, wenn zwei Faktoren in Kombination vorliegen: Urteilsunfähigkeit und eine aussichtslose Prognose. Eine derartige Situation kann zum Beispiel vorliegen bei:

  • schwerem Hirnschlag
  • fortgeschrittener Demenzerkrankung
  • Hirntumor in fortgeschrittenem Stadium
  • Koma oder Wachkoma nach Unfall, Operation oder Reanimation
  • dass medizinische Massnahmen das natürliche Sterben herauszögern
  • dass Wiederbelebungen unternommen werden
  • dass Maschinen «Leben» ohne Aussicht auf Besserung aufrecht halten
  • dass eine künstliche Ernährung erfolgt

Alle in der EXIT-Patientenverfügung aufgeführten Vertrauenspersonen fungieren der Reihenfolge nach als Vertretungsperson. Sie sind befugt, stellvertretend für die verfügende Person medizinische Entscheidungen zu treffen, falls eine Situation auftritt, welche in der Patientenverfügung nicht geregelt ist. Das Gesetz sieht für Konfliktfälle vor, dass sich jede der urteilsunfähigen Person nahestehende Person an die Erwachsenenschutzbehörde wenden und beurteilen lassen kann, ob die Interessen der urteilsunfähigen Person gefährdet oder gar missachtet sind. Zum Beispiel wenn vermutet wird, dass einer Patientenverfügung entgegen dem Willen der betroffenen Person nicht entsprochen wird.

Häufige Fragen zur EXIT-Patientenverfügung

  • Übersichtliche, vorformulierte Vorlage mit individuellen Anpassungsmöglichkeiten.
  • Prüfung durch EXIT bezüglich Form und Inhalt.
  • Kostenloses Beratungsgespräch auf einer unserer Geschäftsstellen möglich.
  • Elektronische Hinterlegung auf der Geschäftsstelle.
  • Unterstützung bei der Durchsetzung der Patientenverfügung auf sozialer, medizinischer und/oder juristischer Ebene, falls durch eine Vertrauensperson erwünscht.

Nein, die EXIT-Patientenverfügung ist Mitgliedern vorbehalten und für diese kostenlos. Ebenfalls zur Mitgliedschaft gehören unentgeltliche Beratung, Hinterlegung und falls nötig die Unterstützung der Bezugspersonen beim Durchsetzen der Patientenverfügung.

Tragen Sie Ihren EXIT-Mitgliederausweis immer auf sich; er enthält die Online-Zugangsdaten zu Ihrer persönlichen Patientenverfügung. Versichern Sie sich, dass mindestens eine Ihrer Bezugspersonen im Besitz dieser Zugangsdaten sowie einer Kopie Ihrer aktuellen Patientenverfügung ist. Bei geplanten Aufenthalten im Spital besprechen Sie Ihre Patientenverfügung mit dem behandelnden Personal, ebenso bei einem Eintritt in ein Alters- oder Pflegeheim.

Seit dem 1. Januar 2013 kann man den Aufbewahrungsort der Patientenverfügung von medizinischen Leistungserbringern auch auf der Krankenkassenkarte eintragen lassen, z.B. vom Arzt oder Apotheker.

Nein. Eine Patientenverfügung tritt nur bei Urteilsunfähigkeit und einer aussichtslosen Prognose in Kraft. Bei einer unklaren oder guten Prognose kommt sie nicht zur Anwendung.

Nein, in der Patientenverfügung kann aus rechtlichen Gründen nur der Abbruch oder der Verzicht auf lebenserhaltende Massnahmen verfügt werden. Die aktive Sterbehilfe (Tötung auf Verlangen) ist in der Schweiz verboten.

Für eine Freitodbegleitung sind Urteilsfähigkeit und Tatherrschaft der sterbewilligen Person zwingende Voraussetzungen. Eine Patientenverfügung kommt hingegen erst zur Anwendung, wenn die Urteilsfähigkeit nicht mehr gegeben ist.

Voraussetzungen und Gültigkeit

Ja, sofern Form und Inhalt dem rechtlichen Standard entsprechen.

Nein, nur die Personalien des Verfassers sind erforderlich.

Ja, eine Kopie kann im Anwendungsfall zum Gebrauch kommen. EXIT empfiehlt dennoch, dass zumindest eine Vertrauensperson den Aufbewahrungsort der Originaldokumente kennt.

Nein. Seit der Inkraftsetzung des neuen Erwachsenenschutzrechtes im Jahr 2013 ist eine Patientenverfügung, welche im urteilsfähigen Zustand erstellt wurde, rechtlich verbindlich. Eine notarielle Beglaubigung wird nur Personen empfohlen, welche aus körperlichen Gründen nicht selber in der Lage sind, die Patientenverfügung zu unterzeichnen oder Personen, deren Urteilsfähigkeit infolge einer Erkrankung bezweifelt werden könnte (z.B. bei einer Demenz oder schweren psychischen Leiden/Erkrankungen).

Dies ist bei einer bestehenden EXIT-Mitgliedschaft zwar denkbar, allerdings ist das Vorgehen sehr viel schwieriger, da vorerst sichergestellt werden muss, dass eine Patientenverfügung erstellt wurde und welchen Inhalt sie hat. Die Hinterlegung der Patientenverfügung ist deshalb unbedingt empfehlenswert.

Ja, sofern Sie den Inhalt verstehen/erfassen und Sie am Ende selbstständig Datum und Unterschrift von Hand setzen können. Mit Ihrer Unterschrift erklären Sie sich mit der Patientenverfügung einverstanden und das Formular wird damit rechtsgültig.

Um juristisch abgesichert zu sein, lassen Sie Ihre Patientenverfügung notariell beglaubigen.

EXIT kann sich nur innerhalb der Schweiz für die Einhaltung einer Patientenverfügung einsetzen. Inwiefern eine Patientenverfügung im Ausland verbindlich ist, sollte am Besten im jeweiligen Land abgeklärt werden.

Grundsätzlich wird in einem Notfall Leben gerettet und stabilisiert, so dass oftmals keine Zeit bleibt, um nach einer evtl. vorhandenen Patientenverfügung zu suchen. Das Rettungspersonal ist jedoch auch verpflichtet, bei einer nicht ansprechbaren Person deren mutmasslichen Willen zu eruieren und danach zu handeln. Sofern eine Patientenverfügung besteht, ist der Wille der nicht ansprechbaren Person ja bereits definiert und schriftlich festgehalten.

Da es in einer Notfallsituation nicht möglich ist, eine medizinische Prognose zu erstellen, kommt die Patientenverfügung vielfach erst zum Tragen, wenn die betroffene Person im Spital ist und eine Diagnose und Prognose abgegeben werden kann. In der EXIT-PV kann man sich für oder gegen ein REA-Verbot aussprechen, es besteht jedoch keine Garantie, dass ein Verbot in einer Notfallsituation eingehalten wird, sondern erst z. B. bei einem weiteren Herz-Kreislauf-Stillstand im Spital.

Werteerklärung

Die Werteerklärung ist eine freiwillige Ergänzung zur Patientenverfügung. Sie können darin Ihre persönliche Wertehaltung im Umgang mit Leben, Krankheit und Tod darlegen. Somit erhalten Ärzte/Pflegeteam einen detaillierteren Einblick in Ihre Wünsche.

Die EXIT-Werteerklärung ist eine freiwillige Ergänzung zur Patientenverfügung. Es ist praktisch unmöglich, alle möglichen medizinischen Situationen und Entscheidungen in der Patientenverfügung vorwegzunehmen.

EXIT empfiehlt deshalb generell, die persönliche Werteerklärung beizulegen, um Orientierungshilfe zu geben und den Interpretationsspielraum zu begrenzen.

Ja, sie wird zusammen mit der Patientenverfügung elektronisch hinterlegt.

Ja. Die Werteerklärung ist ein freiwilliger Zusatz zur Patientenverfügung und kann somit entweder zusammen mit der Patientenverfügung, später oder gar nicht eingereicht werden.

Kosten und Urteilsfähigkeit

Dies sind alles Leistungen, welche in der EXIT-Mitgliedschaft inbegriffen und demnach kostenlos sind. Nach interner Bearbeitung der Patientenverfügung erhalten Sie einen Einzahlungsschein für eine freiwillige Spende.

EXIT empfiehlt in solch einer Situation, dass der behandelnde Arzt oder Psychiater die vorhandene Urteilsfähigkeit hinsichtlich medizinischer Behandlungen schriftlich bestätigt.

Vertrauenspersonen

Die Patientenverfügung ist auch ohne eine aufgeführte Vertrauensperson rechtskräftig. EXIT empfiehlt jedoch mindestens eine natürliche Person als Vertrauensperson zu benennen.

Die Aufgabe der Vertrauensperson besteht darin, Ihre Wertevorstellungen den Ärzten gegenüber zu bestätigen, insbesondere in Situationen, welche in der Patientenverfügung allenfalls nicht konkret geregelt sind. Die Vertrauensperson kann sich jederzeit an EXIT wenden, wenn sie Unterstützung benötigt.

Eine Änderung der Patientenverfügung ist jederzeit schriftlich auf dem Originaldokument möglich. Bitte datieren und unterzeichnen Sie jede Anpassung auf Ihrer Patientenverfügung. Sie können jederzeit auch eine neue Patientenverfügung erstellen. Bitte stellen Sie uns in jedem Fall die neu unterschriebene, aktualisierte oder neu erstellte Patientenverfügung im Original zur Hinterlegung zu.

Wir raten aus praktischen Gründen dazu, dies zu tun. So weiss Ihre Vertrauensperson, welche Erwartungen mit dieser Aufgabe verknüpft sind.

Nein, nur Ihre Unterschrift ist auf der Patientenverfügung erforderlich.

Nein. Der Ehepartner muss explizit auf der Patientenverfügung aufgeführt werden, wenn dies gewünscht ist. Eine in einer Patientenverfügung schriftlich genannte Vertrauensperson wird dem Ehepartner sonst vorgezogen.

Ja. Rechtlich muss eine Vertrauensperson urteilsfähig, jedoch nicht zwingend mündig sein. EXIT empfiehlt, zusätzlich eine erwachsene Person zur Unterstützung einzusetzen.

Diese können Sie im Mitglieder-Portal bestellen.

Erstellung und Aktualisierung

EXIT bietet telefonisch oder auf der Geschäftsstelle kostenlose Beratungsgespräche, nach vorheriger Terminvereinbarung, an. Des Weiteren kann auch der Hausarzt oder eine Pflegefachperson angefragt werden.

Sie versehen Ihre bestehende Patientenverfügung (Originalformular) neu mit Ort, Datum und Unterschrift und senden diese an die Geschäftsstelle von EXIT mit dem Vermerk: "Bitte neu erfassen."

Ist Ihre Patientenverfügung älter als 10 Jahre oder möchten Sie zahlreiche oder grundlegende Änderungen vornehmen (insbesondere Adressänderungen, Bezugspersonenwechsel, Anpassung Ihrer Anweisungen), so empfehlen wir Ihnen, ein neues Formular zu bestellen und auszufüllen.

Im EXIT-Mitgliederportal können Sie Ihre bestehende Patientenverfügung auch online einsehen oder eine neue Patientenverfügung online erstellen.

Zum Mitglieder-Portal

Ja, im EXIT-Mitgliederportal können Sie Ihre Patientenverfügung erstellen, abrufen oder ändern.

Achtung: Nur bereits online erstellte Patientenverfügungen können im Mitglieder-Portal geändert werden.

Zum Mitglieder-Portal

Die Patientenverfügung sollte möglichst den aktuellen Lebensverhältnissen angepasst sein. Daher empfiehlt EXIT, jede Änderung schriftlich und mit neu erstelltem Datum und Unterschrift zu bestätigen und an die Geschäftsstelle in Zürich einzusenden.

Je aktueller eine Patientenverfügung ist, desto weniger kann diese von Drittpersonen angezweifelt werden. Die Aktualisierung ist Eigenverantwortung jeder Person. EXIT weist daraufhin, die Patientenverfügung ca. alle 3–5 Jahre zu überprüfen und bei Bedarf anzupassen und neu zu unterzeichnen.

Weil dies rechtlich nicht zulässig ist. Jede Änderung darf ausschliesslich durch Sie persönlich vorgenommen und muss neu unterzeichnet werden.

Diese können Sie im Mitglieder-Portal bestellen.

Hinterlegung und Abruf

Das Mitglied selber. EXIT retourniert das Originaldokument immer nach der Bearbeitung der Patientenverfügung dem Mitglied (mit dem Hinweis, dass diese nun bei EXIT hinterlegt ist).

Bitte schicken Sie eine schriftliche Nachricht an die Geschäftsstelle von EXIT und stellen Sie sicher, dass eine Kopie Ihrer Patientenverfügung bei mindestens einer Bezugsperson aufbewahrt wird. Tragen Sie zudem stets einen Vermerk mit dem Aufbewahrungsort bei sich. Seit dem 1.1.2013 kann man den Aufbewahrungsort der PV  von medizinischen Leistungserbringern auch auf der Krankenkassenkarte eintragen lassen, z. B. vom Arzt oder Apotheker. In jedem Fall ist individuell für Kenntnis der PV zu sorgen.

Wir empfehlen dem Hausarzt eine Kopie oder Benutzernamen & Passwort für die Onlineeinsicht abzugeben.

Bitte schicken Sie eine schriftliche Nachricht an die Geschäftsstelle von EXIT und stellen Sie sicher, dass eine Kopie Ihrer Patientenverfügung bei mindestens einer Bezugsperson aufbewahrt wird. Tragen Sie zudem stets einen Vermerk mit dem Aufbewahrungsort bei sich. Seit dem 1. Januar 2013 kann man den Aufbewahrungsort der Patientenverfügung von medizinischen Leistungserbringern auch auf der Krankenkassenkarte eintragen lassen, z.B. vom Arzt oder Apotheker.

Missachtung der Patientenverfügung

In einer solchen Situation können sich die Vertrauenspersonen an EXIT wenden, welche ihnen die individuelle notwendige Hilfestellung bietet.

  • z. B. unklare oder gute Prognose
  • Patientenverfügung erscheint veraltet
  • Epidemiegefahr
  • vehementer Einspruch nächster Angehöriger (sodass die Ärzte lieber dem abweichenden Willen dieser Angehörigen folgen und sich niemand für die Durchsetzung der Patientenverfügung einsetzt)
  • Zweifel an Urteilsfähigkeit oder freiem Willen im Zeitpunkt der Erstellung der Patientenverfügung
  • Patientenverfügung enthält verbotene oder unmögliche Forderungen (vgl. nächste Frage)
  • Zweifel, ob eine Anordnung auf den konkreten Fall anwendbar ist
  • Schwierigkeiten bei der Auslegung einer unklaren Patientenverfügung
  • bei Missachtung der Patientenverfügung durch die Behandelnden setzt sich keine der Bezugspersonen für die Um- und nötigenfalls Durchsetzung ein

Falls die Patientenverfügung missachtet wird, sind die Bezugspersonen beauftragt, direkt bei den Behandelnden und deren Vorgesetzten die Umsetzung des Patientenwillens zu erwirken. Ist der Patient Mitglied, leistet EXIT bei Bedarf menschliche, fachliche und juristische Unterstützung, Letzteres nötigenfalls bis hin zum Einschalten der Behörden (KESB, Kantonsarzt etc.).

Eine Haftungsentbindung der Ärzte in der Patientenverfügung, falls sie diese getreu befolgen, kann der Beachtung des Patientenwillens dienen. Wird eine Patientenverfügung missachtet, kann man zu rechtlichen Mitteln greifen, denn die Verletzung des Patientenwillens kann mit zivilrechtlicher Klage, strafrechtlicher Anzeige und aufsichtsrechtlicher Beschwerde verfolgt werden. Zudem kann die Bezahlung von unerwünschten Behandlungsleistungen verweigert werden.

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