Plötzlich weniger «Suizide»

Die Suizidrate ist markant gesunken. Medien und Experten rätseln. EXIT kennt die Erklärung.

Das nationale TV zitiert Experten, die gewandt darüber sprechen, weshalb in der Schweiz die Suizidrate gesunken sei, wie es die Statistik ausweist. Hätten sich die Experten erst schlau gemacht, hätten sie sich nicht in Spekulationen ergehen müssen. EXIT hat schon vor über einem Jahr öffentlich gemacht, dass das Bundesamt für Statistik in der Todesursachenerfassung die Begleitungen durch Selbstbestimmungsorganisationen nicht mehr unter «Suizid» aufführt, sondern unter der Grunderkrankung wie etwa «Krebs».

Christoph Junker vom BFS begründet, die Sterbehilfe habe die Suizidzahlen künstlich in die Höhe getrieben: «Diese <Suizide> werden aufgrund einer schwerwiegenden Grundkrankheit ausgeführt. Deshalb berücksichtigen wir diese Fälle anhand der Krankheit in der Todesursachenstatistik.» Dies schlug sich 2009 in einem Rückgang in der offiziellen Suizidstatistik nieder. Ohne diese Leidensverkürzungen sank die Suizidrate 2010 um etwa 100 Fälle.

Die jüngsten Zahlen bestätigen den langfristigen Trend: Suizide sind in der Schweiz – nach einem Anstieg bis Anfang 1980er-Jahre – seit 30 Jahren im Sinken begriffen. Auch in vielen anderen europäischen Ländern sinkt die Suizidrate. Im Vergleich befindet sich die Schweiz im unteren Mittelfeld. In Frankreich oder Österreich nehmen sich prozentual mehr Menschen das Leben.