Deutlicher Zuwachs

Mitgliedermitteilung: 2011 hat EXIT über 6'000 Neueintritte verzeichnet. Dies weist der Jahresbericht unseres Vereins aus, der im "EXIT-Info" 1.12 publiziert ist. Der Anstieg bestätigt einen seit 2008 anhaltenden Trend; so gross wie 2011 war der Zuwachs allerdings noch nie. Heute zählt der Verein mehr als 58'000 Mitglieder allein in der Deutschschweiz und dem Tessin, zusammen mit der Westschweiz gegen 80'000.

EXIT führt den Zuwachs unter anderem auf die neue Patientenverfügung zurück. Diese ist bereits der neuen rechtlichen Situation ab 2013 (Erwachsenenschutzrecht) angepasst und zählt zu den besten in der Schweiz. Auf jeden Fall waren die dazu durchgeführten Informations-Veranstaltungen allesamt überbelegt. An die Anlässe in Basel, Bern und Zürich kamen jedes Mal Hunderte Interessierte. Die Abgabe, sichere Hinterlegung und rechtliche Durchsetzung der EXIT-Patienten-verfügung ist für Mitglieder kostenlos.

Unser Verein hatte im vergangenen Jahr zudem mehr als 1'500 Sterbehilfe-Anfragen. Im Zuge der Beratungen sind bei 468 Mitgliedern Abklärungen für eine fürsorgliche Begleitung beim Freitod getroffen worden (so genannte Akteneröffnungen, 10 Prozent mehr als 2010). Insgesamt haben die ehrenamtlichen EXIT-Begleiterinnen 2011 305 Schwerleidende beim Freitod mitmenschlich betreut. Damit haben erneut mehr Mitglieder die Anwesenheit einer Sterbebegleiterin in Anspruch genommen. Im Jahr 2010 hatten sich noch 257 schwer leidende oder sterbenskranke Patienten begleiten lassen.

Die Gründe für den Anstieg sind insbesondere der stetige Mitgliederzuwachs, der steigende Bekanntheitsgrad von EXIT sowie die Demographie der Schweiz (starkes Bevölkerungswachstum, deutliche Alterung der Gesellschaft). Entsprechend schnell steigt das Durchschnittsalter der Begleiteten. Lag es 2008 noch bei 74 Jahren, hat es 2011 bereits 76.5 Jahre erreicht. Weitaus am häufigsten war - wie bisher schon immer - die Krebserkrankung die Grunddiagnose der Sterbenden.

Neben der Palliativmedizin, für die sich EXIT seit über 20 Jahren mit der Stiftung palliacura stark macht, entspricht auch die Freitodhilfe einem Bedürfnis der Bevölkerung. Die Stärkung der Selbstbestimmung ist also nicht nur dem Bundesrat wichtig (Medienkonferenz vom 29.6.2011), sondern offensichtlich auch den Bürgerinnen und Bürgern.